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PIRATENLEBEN


Was sind eigentlich Piraten?
Das Wort Pirat bezeichnet eigentlich jemanden, der auf See raubt oder plündert. Piraterie ist ein Wort für Seeräuberei.
Um zu zeigen, dass die Straftaten eines Piraten nach den Gesetzen der Admiralität bestraft worden waren, wurden diese an öffentlich zugänglichen Stellen in Häfen hingerichtet und ihre Leichen oft monatelang (z.B. in Eisenkäfigen) ausgestellt.

Korsaren
Diese Bezeichnung wurde hauptsächlich für Piraten und Freibeuter benutzt, die im Mittelmeergebiet operierten. Die bekanntesten waren die Barbaresken ("Barbaren-Korsaren") von der Küste Nordafrikas (so genannt von den europäischen Eroberern, die ihre moslemischen Gegenspieler als Barbaren bezeichneten), die von ihren Regierungen ermächtigt waren, die Schiffe christlicher Länder anzugreifen und zu plündern.

Nicht weniger bekannt waren die maltesischen Korsaren, die ihrerseits gegen die Barbaresken kämpften, authorisiert von europäischen Regierungen. Ursprünglich hatten sie einen religiösen Antrieb, aber im Laufe der Zeit war die Gier nach Beute ihre Motivation, arabische Schiffe zu überfallen und auszurauben.

Freibeuter
Der Begriff Freibeuter konnte ein bewaffnetes Schiff bezeichnen, einen Kapitän oder seine Mannschaft. Der Hauptunterschied zwischen einem Piraten und einem Freibeuter bestand darin, dass Freibeuter von einer Kommission, einer Regierung oder durch Kaperbriefe authorisiert waren, Handelsschiffe feindlicher Nationen anzugreifen und auszuplündern.

Ein Kaperbrief war vom internationalen Recht anerkannt und theoretisch konnte ein Freibeuter nicht als Pirat angeklagt werden. Die großen Seefahrernationen nutzten Freibeuter als billige Alternative zum Bau und zur Unterhaltung eigener Kriegsmarinen. Feindliche Handelsschiffe konnten so billiger angegriffen und zerstört werden.

Bukkaniere, Bukanier
Ursprünglich Jäger von Vieh und Schweinen auf der Insel Hispaniola (Haiti und Dominikanische Republik). Die Bukanier erhielten ihre Bezeichnung vom französischen Wort "boucan" für "Räucherhaus". Die Bukanier verarbeiteten in diesen Häusern das erbeutete Fleisch, indem sie es in Streifen schnitten, über einem Holzfeuer räucherten und dann verpackten. Von den Spaniern verfolgt, taten sich diese Jäger mit entflohenen Sklaven, Deserteuren, Gesetzlosen und allen anderen zusammen, die die Spanier hassten. Am Ende des 17. Jahrhunderts wurde das Wort Bukanier für nahezu alle Piraten verwendet, die ihre Zufluchten in den Gewässern und auf den Inseln der Karibik hatten.

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Bukanier

 
Kurze Geschichte der Piraterie

VOR 1500

Seitdem das erste Mal Menschen auf Ozeanen und Meeren segelten, wurden sie von Piraten "begleitet". Sie stellten Handelsschiffen des antiken Griechenlands nach (6. und 7. Jahrhundert v. Chr.), das große Römische Reich (200 v. Chr. - 476 n. Chr.) war gezwungen gegen Piraten vorzugehen, um seine Getreideimporte zu schützen und die skandinavischen Wikinger terrorisierten im 9. Jahrhundert den Norden Europas.

1500 - 1550

In dieser Zeit trieben die Brüder Barbarossa (Rotbart), Aruj und Kheir-ed-din ihr Unwesen im  Mittelmeerraum. Diese Korsaren waren für die Ausdehnung des Machtbereiches der "Barbareskenstaaten" verantwortlich und wurden im gesamten Mittelmeer wegen ihrer grausamen und verheerenden Angriffe auf christliche Schiffe und Küstensiedlungen gefürchtet.

1550 - 1600

In der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts kamen Freibeuter wie Sir Francis Drake und Sir John Hawkins zum Vorschein, um die spanische Vorherrschaft über die Neue Welt und ihre Reichtümer zu brechen. Der Erfolg ihrer Kaperfahrten ermutigten andere, die unbedingt reich werden wollten, nicht als Piraten, sondern als "staatlich anerkannte Freibeuter" spanische Schiffe anzugreifen und zu erobern.

1600 - 1650

Am Ende des 16. Jahrhunderts erreichten die jahrhundertelangen Kriege zwischen Christen und Moslems einen unüberbrückbaren Stillstand. Dieser Stillstand war nicht friedlich, und so, auf der Suche nach wirtschaftlicher Macht, attackierten beide Seiten die Schiffe und Siedlungen der jeweils anderen und legitimierten diese Art der Piraterie als Kriegshandlungen.

Bukanier (1650 - 1700)

Die Zurücknahme aller Kaperbriefe durch König James I im Jahre 1603 führte zur "Ersetzung" der Freibeuter durch Banden von rechtlosen und gesetzlosen Banden von Bukaniern wie z.B. Sir Henry Morgan mit seiner Mannschaft und der grausame Francois Lollonois. Im späten 16. Jahrhundert begann auch das klassische Zeitalter der Piraterie mit z.B. Captain William Kidd und Henry Avery.

Piraten (1700 - 1750)

Die klassische Ära der Piraterie setzte sich im 18. Jahrhundert fort, als viele der berüchtigtsten Piraten die Weltmeere unsicher machten. Die beiden Piratinnen Mary Read und Anne Bonny, die zusammen mit Jack Rackham segelten, waren zwischen 1710 und 1720 aktiv, Samuel Bellamy verwüstete die Küsten des kolonialen Amerika von 1716 - 1717, und der infame Blackbeard wurde 1718 getötet, nachdem er zwei Jahre lang die karibische Schifffahrt terrorisiert hatte.

1750 - 1800

Viele Piraten und Freibeuter verschafften sich einen guten Ruf in der amerikanischen Revolution (1775 - 83), da hunderte der kleinen amerikanischen Marine halfen, indem sie die Schiffe der englischen Herrscher angriffen und versenkten. Der gebürtige Schotte John Paul Jones wurde durch seine Aktivitäten im amerikanischen Freiheitskrieg Nationalheld.

1800 - 1850

Am Anfang des 19. Jahrhunderts waren die Marinestreitkräfte der Staaten nicht mehr auf die Hilfe von Freibeutern angewiesen. Die Einführung von Dampfschiffen, die nicht mehr vom Wind abhängig waren verschafften den Piratenjägern einen entscheidenden Vorteil. 1850 gab es nur noch sehr wenige kleine Piratenmannschaften.

1850 - Heute

1856 wurde in Paris von den meisten großen Seemächten ein Vertrag geschlossen, der das Ausstellen von Kaperbriefen untersagte. An den Hauptschifffahrtsrouten ist die Piraterie heute so gut wie ausgestorben, aber in Teilen Südostasiens und Teilen der Karibik floriert immer noch das Geschäft.

 

 
Waren auf einem Piratenschiff alle gleich?

Der Kapitän

Der Quartiermeister

Navigator

Kanonier

Bootsmann (Maat)


 
Wie sah das Leben an Bord eines Piratenschiffs aus?
Selten gab es als Pirat reiche Beute zu ergattern und zu rauben, und zwischen den Gefechten war das Leben meistens hart und mühsam.
Das Leben auf See war sehr kontrastreich: wochenlanges Warten auf eine Beute, dann kurze und heftige Aktivität, wenn ein fremdes Schiff gesichtet, angegriffen und eventuell gekapert und ausgeplündert wurde.
Wenn die See ruhig war, langweilte sich die Mannschaft oder betrank sich und es kam oft zu heftigen Handgreiflichkeiten. In vielen Fällen hatte der Kapitän bei diesen Streitigkeiten nicht das letzte Wort, denn viele Mannschaften waren quasi "demokratisch" organisiert und folgten strengen Regeln. 

Bei rauhem Wetter war die Besatzung vom Salzwasser durchnässt, fror, litt an Verletzungen und Erschöpfung. Nachts schliefen die Piraten, die keine Wache hatten, dicht gedrängt in den unteren Decks. Es war eine düstere Welt, erfüllt vom Schnarchen und Husten der Männer. Unter ihnen schwappte das stinkende Bilgenwasser und es wimmelte von Ratten.

Tagsüber verbrannte die tropische Sonne die Haut. Waren Piraten krank, gab es keine Medikamente. Im Gefecht verletzte Gliedmaßen wurden ohne Narkose abgesägt. Oft legte dabei der Schiffszimmermann Hand an. Für die meisten Piraten waren Würfelspiel und Rumtrinken die einzigen Freuden.

 

 
Landleben
Wenn sie einen Hafen erreichten, nach einer erfolgreichen Reise, verschleuderten die Piraten ihren Beuteanteil mit Glücksspielen, Trinken und Frauen und verpul-
verten dabei oft Tausende "pieces-of-eight" (Achterstücke, eine damalige Währungseinheit) in einer Nacht (damals konnte man mit 2 Achterstücken eine Kuh kaufen!). So verloren die Piraten innerhalb einiger Tage alles, was sie sich mühsam, unter Einsatz ihres Lebens, zusammengeraubt hatten.

Nebenbei musste aber auch an Land eine große Menge an Arbeit verrichtet werden, bevor die Segel neu gesetzt werden konnten. Das Schiff musste in gutem Zustand gehalten werden, um für weitere Kaperfahrten gerüstet zu sein. Dazu wurde das Schiff gekielholt, um es am Strand reparieren zu können. Muscheln und Algen sowie Schiffsbohrwürmer wurden vom Rumpf entfernt, beschädigte Planken wurden ersetzt, die Abstände zwischen den Planken wurden kalfatert (abgedichtet). Außerdem wurden Segel und Takelage erneuert bzw. ausge-
tauscht. Andere Mannschaftsangehörige hatten die Aufgabe, Wasser- und Nahrungsvorräte für die nächste Fahrt aufzutreiben und zu verladen.

 

 
Das Logbuch
Die Schiffsgeschwindigkeit wurde gemessen, indem man das Log, ein an einer langen Leine befestigtes Stück Holz, über Bord warf und beobachtete, wieviel Leinenlänge in einer bestimmten Zeit ablief. Der Kapitän trug die täglich zurückge-
legte Strecke in ein "Logbuch" ein. Es enthielt auch andere Anmer-
kungen über besondere Vorkomm-
nisse während der Reise, wie zum Beispiel den Tod oder die Bestra-
fung von Besatzungsmitgliedern. 

 
Nahrung
Die Haltbarmachung von Nahrung war eines der Hauptprobleme der Piraten. Bier in Flaschen wurde dem Wasser bevorzugt, das sehr schnell untrinkbar wurde. Das haltbare Essen Schiffszwieback. Bei sehr langen Reisen halfen Zitrusfrüchte Skorbut zu verhindern und lebende Hühner an Bord der Schiffe lieferten frische Eier und Fleisch.
Die fleischliche Hauptnahrungsquelle waren die Meeresschildkröten. Diese Tiere, obwohl sehr flink und wendig im Wasser, waren an Land eine leichte Beute für die Piraten. 

Vitaminmangel

Piraten aßen wenig frisches Obst oder Gemüse und litten oft an Skorbut. 1753 entdeckte James Lind, daß die Krankheit zu vermeiden war, wenn man Zitrusfrüchte aß. Der Entdecker James Cook hörte als erster auf Lind und verordnete seiner Mannschaft täglich Zitronen. 
 

 
Bestrafung
Obwohl die Einnahmen aus der Piraterie sehr groß sein konnten, war die Strafe für überführte Piraten der „Tanz am Hanfstrick” (ein Piratenausdruck für „Hängen”). Die Hinrichtung war ein öffentliches Ereignis, in London fand sie zum Beispiel immer am „Exekutions-Dock” in Wapping statt. Die verurteilten Piraten wurden in einer Prozession, angeführt von einem Offizier, von ihrem Gefängnis zum Hinrichtungsplatz geführt. Nach einer religiösen Zeremonie durfte sich der verurteilte Pirat noch einmal an die Öffentlichkeit richten, dann wurde er gehängt. Nach der Hinrichtung blieb der Leichnam für drei Gezeiten oder auch länger (als Abschreckung für andere) hängen.

 


 
Piratenschätze

wird fortgeschrieben...

Schatztruhe
 

 
Einige Piratenwaffen

Piraten waren notwendigerweise gezwungen sich den jeweiligen Gegebenheiten anzupassen, und viele der für das Piratenleben notwendigen Dinge wie Nahrung, Medizin und Waffen nahmen sie von ihren Opfern. Das bedeutet, dass sich auch die Bewaffnung der Piraten nicht von den gewöhnlich von anderen Seeleuten benutzten Waffen unterschied.

Entermesser

Das Entermesser soll sich aus den langen Messern (Hirschfängern) der ursprünglichen Bukaniere entwickelt haben, die damit ihr Fleisch zum Grillen vorbereiteten. Seine kurze breite Klinge war ideal für den Gebrauch im begrenzten Raum an Bord eines Schiffes geeignet. Das Entermesse war bei allen kämpfenden Seeleuten die favorisierte Waffe.

Muskete
Mit ihrem verkürzten Lauf hatte die Muskete zwar nur eine begrenzte Reichweite, aber genau wie das Entermesser war sie vorzüglich für den Gebrauch an Bord von Schiffen geeignet, wo die Gegner in unmittelbarer Nähe waren und Reichweite deshalb nicht so wichtig war.

Steinschlosspistole

Diese Pistole war leicht und gut zu tragen und so besonders gut zum entern von feindlichen Schiffen geeignet. Ein Problem war, dass das Pulver der Pistole nicht nass werden durfte. Außerdem konnte mit dieser Pistole nur ein einziges Mal ohne nachzuladen gefeuert werden; der Pirat musste also entweder mehrere Pistolen bei sich tragen oder den Knauf der Waffe als Schlagstock benutzen, um sich nach dem Abfeuern verteidigen zu können.

Dolch
Da er leicht zu verbergen war, wurde der Dolch für überraschende Attacken benötigt und für Situationen, in denen kein Platz war, ein Schwert oder einen Degen zu schwingen.

Bordaxt

Diese Axt wurde von den Piraten hauptsächlich für Arbeiten am Schiff verwendet, war aber auch eine fürchterliche Waffe.

Pulverhorn
In Pulverhörnern wurde das Schießpulver für die verschiedenen Flinten, Musketen und Pistolen der Piraten



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